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Einmal halb um die Welt

Der Egelner Kammerchor Young Voices auf den Philippinen

Ankunft
Empfang am Flughafen von Manila durch die Vertreter der Manila Chamber Singers.

Wir starten am Sonntagmittag (24.03.) in Magdeburg und legen via Düsseldorf und Peking gut 10.000 km zurück: Am Dienstag, den 26.03.13 gegen 1.30 Uhr Ortszeit landen wir dann endlich in Manila. Hier müssen wir schon in der Nacht mit 7 Stunden Zeitverschiebung und 40 Grad Temperaturunterschied im Vergleich zu Deutschland fertig werden und werden freudig von unserem Partnerchor, dem MCS, und deren Chorleiter sowie den vorgereisten Young Voices Mitgliedern in Empfang genommen. Mit dem Bus geht es ins Bayview Park Hotel in Metro Manila, wo wir nach der über 30-stündigen Reise einfach nur in unsere Betten fallen und uns für den kommenden, spannenden Tag (immer noch Dienstag) ausschlafen.

Leiter
Leiter einer Führung durch die Festungsanlagen.

Nach dem Frühstück versammeln wir uns alle auf der Dachterrasse des Hotels zur ersten Probe unter der philippinischen Sonne, und die meint es mit guten +30°C verglichen mit der deutschen sehr gut. Nach dieser kurzen Probe machen wir auf dem Weg zum Botschaftsviertel Makati zum ersten Mal Bekanntschaft mit Manilas Verkehr. Den muss man sich in etwa so vorstellen: überfüllt, chaotisch, aber wie durch göttliche Fügung passieren Unfälle extrem selten. Heil an unserem Ziel, dem RCBC Plaza Tower, angekommen, in dem sich die Deutsche Botschaft befindet, treffen wir nach mehreren Sicherheitskontrollen den Wirtschaftsreferenten der Botschaft. Nach einem kleinen Austausch über die philippinischen Eigenheiten, die wir zum Teil schon erleben durften (Verkehr!) bzw. die uns noch bevor stehen, singen wir für die Abgeordneten und Mitarbeiter der Deutschen Botschaft einige Lieder unseres mitgebrachten Repertoires. Als Dankeschön erhält jeder eine Anstecknadel mit der philippinischen und deutschen Flagge. Nach kurzem Zwischenstopp im Hotel geht es dann zu einer mehrstündigen City Tour mit Beginn in der spanischen Altstadt. Hier bekommen wir durch einen musikalisch und schauspielerisch begabten Führer einen kurzweiligen Überblick über die philippinische Geschichte. Bestandteil der Tour ist eine kurze Fahrt mit Pferdekutschen und der Besuch einer Gaststätte, wo für alle das Nationaldessert Halo-halo (bestehend aus Wassereis, Kondensmilch, verschiedenen Bohnen, Kokosstreifen und Kochbananen) bereitsteht. Danach geht es in die Mall of Asia (die größte Mall Asiens), wo nach einem kurzen Rundgang ein gemeinsames Abendessen mit den Mitgliedern des MCS im Kongo Grill mit philippinischen Spezialitäten auf dem Plan steht. Am Mittwoch geht es um 10.00 Uhr auf in Richtung University oft the Philippines, um dort die Universität zu besichtigen und eine kleine Campus Tour zu machen. Anschließend essen wir zusammen mit unseren Freunden vom MCS zu Mittag. Parallel dazu gibt Ulrich Priegnitz (Young Voices) zusammen mit Adrianne Rubio (Manila Chamber Singers) ein einstündiges Live-Radiointerview beim klassischen Sender 89,7 DZFE, um noch einmal die Werbetrommel für unser anstehendes großes Galakonzert am 1. April zu rühren. Am frühen Nachmittag proben wir dann zum ersten Mal zusammen mit dem MCS die geplanten Gemeinschaftslieder. Das philippinische Schlaflied Tingkatulog wird von William Lloyd Cordero dirigiert, dem künstlerischen Leiter des MCS. Dr. Ralf Schubert übernimmt das traditionelle deutsche Volkslied Kommt, ihr G’spielen sowie das Beatles-Medley. Im Anschluss nehmen wir an einem Workshop, bei dem es um das Singen traditioneller philippinischer Volkslieder geht, teil. Dieser wird von Raul Navarro, dem Leiter des Musikinstituts durchgeführt. Am späten Nachmittag fahren wir in eine nahegelegene Mall, um ein paar kleine Andenken und Souvenirs für die Daheimgebliebenen zu kaufen. Zum Abendessen treffen wir uns alle wieder mit dem MCS und probieren im „Gerry‘s“ allerlei philippinische Leckereien aus, testen das hiesige Biersortiment und haben einfach nur eine Menge Spaß beim gemeinsamen Erzählen.

An der Universität
Young Voices vor der University oft he Philippines.

Während des Workshops
Manila Chamber Singers und Young Voices besuchen den Workshop von Raul Navarro am dortigen Musikinstitut.

Am dritten Tag in der Ferne heißt es früh aufstehen, denn heute geht es zum etwa 70 Kilometer entfernten Taal Lake. In einem kleinen Bus sind wir (dank philippinischen Verkehr) nach etwa 2,5 Stunden an der Anlegestelle angelangt, von der wir nun in kleinen Booten zur Insel übersetzen. Auf der Insel, auf der auch der Vulkankrater steht, machen wir eine kleine Wandertour bei 30°C. Dabei wird unser Weg von zahlreichen Pferden und anderen Tiere gekreuzt. Nach der Rückfahrt zum anderen Ufer fahren wir mit dem Bus zu einer Aussichtsplattform, von wo man einen atemberaubenden Blick über die Kraterinsel und Umgebung hat und wo wir uns auch gleichzeitig unser Mittagessen schmecken lassen. Abends am Hotel angekommen entscheiden sich manche dafür, den Sonnenuntergang im Manila Bay anschauen zu gehen. Die erste Hürde hierbei ist die Überquerung der Straße. Der Strand bei der Manila Bay fällt eher durch Müll als durch Muscheln auf und ist menschenbelebt. Das beeinträchtigt den Sonnenuntergang aber überhaupt nicht, er ist einfach nur wundervoll und stellt einen schönen Abschluss des Tages dar. Auf der Dachterrasse des Hotels wird dann noch der Geburtstag von Dorit Schubert mit Schokotorte und einem kleinen Wein gefeiert und der Pool ausprobiert. Nachdem die Sachen für den nächsten Tag gepackt sind, geht es ins Bett, denn das morgige Erwachen kommt um 03.30 Uhr für alle zu früh.

Am Vulkankrater
Ausflug zum Taal Lake

ein typisches philippinisches Jeepney
ein typisches philippinisches Jeepney.

Aber der Tag muss genutzt werden, denn es liegen 7 Stunden Busfahrt nach Baler in der Provinz Aurora vor uns. Auf dem Weg dahin bekommen wir einen Eindruck von der unglaublichen Natur, die die Philippinen zu bieten hat. Ob tropische Wälder aus Kokospalmen, riesige Reisfelder oder grüne Berge am Horizont - bei manchen Aussichten fehlen uns einfach die Worte. Auch bei dem Empfang im Garten der Maria Aurora Methodist Church kann man sprachlos sein. Diesmal allerdings nicht wegen der Natur sondern wegen der herzlichen Begrüßung, die uns durch die Mitglieder des MCS und durch die Organisatoren der Gemeinde Baler zu Teil wird. Mit frischen Kokosnüssen als Willkommensgetränk und Blumenketten sowie einem ordentlich philippinischen Mittagsbüffet mit Spanferkel werden wir verwöhnt. Nach Beziehen der Unterkünfte in Maria Aurora haben wir dann das erste Mal das Vergnügen, in einem Jeepney zu fahren. Diese typischen Gefährte im Stile von amerikanischen Militärjeeps haben einfach Charme und sind zu einem nationalen Symbol geworden. Eine langweilige Fahrt wird in einem Jeepney schnell zu einem aufregenden Abenteuer. Mit dem Jeepney geht es zur Dr. Juan C. Angara Memorial Hall in Sentro Baler, wo wir im Anschluss eines Karfreitag-Gottesdienstes einige passende Lieder darbieten. Den Abend lassen wir am Beach Resort in Baler ausklingen. Hier werden die deutsch-philippinischen Freundschaften bei dem einen oder anderen San Miguel (einheimisches Bier) und philippinischen Strandspielen vertieft. Der kommende Tag beginnt zunächst mit einer eher unschönen Überraschung, als wir aus den Jeepneys am Strand von Baler aussteigen - Regen. Aber das mindert unsere Euphorie, endlich im Pazifik baden zu gehen, keineswegs. Und so wird unsere Entschlossenheit auch nach kurzer Zeit von der Sonne selbst belohnt, die sich von ihrer wärmsten Seite zeigt und unsere ersten Surfversuche, das Volleyballspielen und andere Strandaktivitäten versüßt. Am Nachmittag machen wir uns auf den Weg zurück zur Unterkunft, um uns für das anstehende Konzert in der Maria Aurora Methodist Church fertig zu machen. Zum Auftrittsort gelangen wir mithilfe landestypischer Transportvehikel - den Tricycles (Motorräder mit Beiwagen). Das Konzert beginnt dann, typisch philippinisch, eine gute halbe Stunde später als geplant. Nach unserem Auftritt, gefolgt von den Manila Chamber Singers präsentieren wir zusammen zum Abschluss die einstudierten Gemeinschaftslieder. Zum Abendessen gehen wir dann in den anliegenden Kirchgarten. Dort werden wir wieder mal mit den leckersten Köstlichkeiten gesättigt, um dann anschließend in die Unterkunft der MCS aufzubrechen, wo die kleine Abschlussparty unseres Baler-Trips stattfindet. Hier überreichen wir den Filipinos ein paar deutsche Spezialitäten aus unserer Region, wie Halloren-Kugeln und Schierker Feuerstein. Letzterer findet besonderen Anklang. Um Mittenacht stimmen dann alle in Happy-Birthday-Gesänge ein - Antonia Kästner ist soeben 16 Jahre alt geworden. Als Geschenk wünscht sie sich das Lied Alleluja von uns. Dies ist der Startschuss für den schönsten Teil von Chorpartys, dem gemeinsamen Singen. So geben wir flotte Lieder wie Weniki und Uz vedou zum Besten und der MCS bringt auf seine so unterhaltsame Weise das Baby-Medley auf die „Bühne“. Die Party endet viel zu früh! Gerne würden wir noch weiter singen, tanzen und lachen, aber morgen heißt es wieder früh aufstehen. Denn wir nehmen am Gottesdienst am Ostersonntag in der St. Vincent Catholic Church in Maria Aurora teil und bilden zusammen mit dem MCS den musikalischen Abschluss.

Gruppenfoto nach dem Konzert in Maria Aurora Methodist Church.
Gruppenfoto nach dem Konzert in Maria Aurora Methodist Church.

MCS und YV beim Strandausflug in Baler.
MCS und YV beim Strandausflug in Baler.

Auftritt in der Dr. Juan C. Angara Memorial Hall.
Auftritt in der Dr. Juan C. Angara Memorial Hall.

Nach einem stärkenden und wie immer leckeren Frühstück versammeln wir uns alle im Kirchgarten der Methodist Church Maria Auroras, denn dort erwartet uns eine kleine Osterüberraschung. Drei gemischte Teams aus Manila Chamber Singers und Young Voices konkurrieren bei 5 verschiedenen Osterspielchen um den Sieg. Dabei wird unter anderem beim Eierlauf mit Löffel im Mund und rohen Eiern hart gekämpft, aber wohl vor allem viel gelacht. Nach diesen wirklich herzlichen und schönen 2 Tagen hier in Maria Aurora bzw. Baler fällt uns der Abschied sichtlich schwer, da man bei so viel Gastfreundlichkeit am liebsten noch länger hier verweilen möchte. Aber trotzdem heißt es nach dem Mittagessen, Koffer packen und einsteigen, für den langen Weg zurück nach Manila, wo wir gegen 23 Uhr ankommen.

Gruppenbild im Kirchgarten der St. Vincent Catholic Church
Gruppenbild im Kirchgarten der St. Vincent Catholic Church

Am Vormittag des nächsten Tages ist individuelle Freizeit angesagt. Manche nutzen die freie Zeit, um noch einmal die Mall of Asia unsicher zu machen oder so kurz vor dem großen Galakonzert am Abend einfach am Pool so richtig auszuspannen und die Sonne zu genießen. Die philippinische Lockerheit bezüglich der Zeit zeigt sich mal wieder bei der Abfahrt Richtung Church of the Risen Lord, wo das Konzert stattfinden wird, aber mittlerweile sind wir schon daran gewöhnt, sodass wir von einer halben oder gar einer ganzen Stunde Verspätung nicht mehr aus der Ruhe zu bringen sind. Nach einer dreistündigen Probe beginnt dann um 19.30 Uhr das große Galakonzert mit etwa 300 gespannten Zuhörern. Diese bekommen unser bunt gemixtes Repertoire zu hören, das sich aus klassischen deutschen und anderssprachigen Volksliedern sowie modernen Popstücken zusammensetzt. Nach etwa 45 Minuten geben wir dann den musikalischen Staffelstab an unsere Freunde, die Manila Chamber Singer, ab. Von philippinischen Folkloreliedern über schnelle Spirituals bis hin zu modernen Chorstücken wie Now that I have you betören der MCS das Publikum und uns. Der große Höhepunkt des Konzerts bilden dann die Gemeinschaftslieder Kommt, ihr G’spielen, Tingkatulog, gefolgt vom dem zum ersten Mal aufgeführten Beatles-Medley, das am Klavier von Antonia Kästner begleitet wird. Die Freude am gemeinsamen Musizieren der in grünen und roten Roben auf der Bühne stehenden Sängerinnen und Sänger scheint auch auf die Zuhörer überzuspringen, die schon während der Lieder im Takt mitklatschen oder -schnipsen und am Ende in Begeisterung ausbrechen. In den letzten 7 Tagen haben wir viele neue Erfahrungen machen dürfen und bekamen Einblicke in eine wirklich sehr andere Kultur in einem fremden Land. Obwohl wir die meisten Leute vorher nicht kannten, sind wir mit einer so beeindruckenden Gastfreundschaft aufgenommen worden. Der gemeinsame Moment auf der Bühne ist wohl für alle ein ganz besonderer. Nach dem Konzert folgt noch eine kleine Fotosession mit einigen begeisterten Besuchern und natürlich Gruppenfotos der beiden Chöre, unter anderem auch im beliebten wacky-Style, was bedeutet, dass alle auf dem Foto Quatsch machen bzw. eine Grimasse ziehen. Zum Glück ist der Abend noch nicht zu ende. Die Abschlussfeier findet im wenige Minuten entfernten University-Hotel statt und könnte ausgelassener nicht sein. Es wird jede Menge gelacht; Samba, Zumba und zum Gangnam Syle getanzt und natürlich gesungen.

Manila Chamber Singers & Young Voices zusammen bei einem wacky-Foto.
Manila Chamber Singers & Young Voices zusammen bei einem wacky-Foto.

Einer der berührendsten Momente ist wohl der, als die Manila Chamber Singers für uns zum Abschied Until we meet again, einen irischen Segenswunsch, singen und uns versichern, dass sie 2015 zum Chorfestival Sine musica nulla vita zu uns nach Egeln zum Gegenbesuch kommen werden. Selbst die Hartgesottenen vergießen hier die eine oder andere Träne. Abschiede sind nie leicht. Aber dieser hier ist besonders schwer, denn durch ihre offene und liebe Art ist es unmöglich, die philippinischen Freunde nicht ins Herz zu schließen. Der tränenreiche Abschied dauert (natürlich à là Philippinen) länger als geplant, doch irgendwann sitzen wir alle in den 2 Kleinbussen, die uns zurück zum Hotel bringen, wo wir die restlichen Sachen verstauen und mit gepackten Koffern auschecken. Eine freudige Überraschung erwartet uns am Flughafen, denn dort versammelt sich ein Großteil des MCS zum erneuten Auf Wiedersehen Sagen. Wir verabschieden uns also alle erneut und umarmen uns ein letztes Mal. Nach der Aufregung des Abschieds warten wir auf unseren Flug nach Peking. Die meisten von uns verschlafen aufgrund der Müdigkeit sogar den Start des Flugzeugs, da sie schon während des Hinsetzens in festen Schlaf verfallen. Nach diesmal nur dreistündigem Aufenthalt am Pekinger Flughafen besteigen wir den Flieger, der uns ins immer noch winterliche Deutschland zurück bringt. In Düsseldorf von der Kälte begrüßt, beginnt die Zugfahrt nach Magdeburg, die weitere 5 Stunden in Anspruch nimmt. Am Magdeburger Hauptbahnhof angekommen, werden wir von unserer Familie sowie hiergebliebenen Chormitgliedern in Empfang genommen und ordentlich geherzt. Nach der 28-stündigen Reise zurück in die Heimat und diesen 10 intensiven Tagen in der Fremde haben wir sicher alle ein lachendes und ein weinendes Auge. Überglücklich, die Möglichkeit gehabt zu haben solche Erfahrungen sammeln zu dürfen, und froh wieder Zuhause zu sein und gleichzeitig Freunde zurück lassen zu müssen. Aber das geplante Wiedersehen 2015 gibt uns Grund zur Freude, unsere mittlerweile engen Freunde in 2 Jahren hier unserer Heimat Egeln begrüßen zu dürfen und neue, bleibende Erinnerungen zu schaffen. Wir möchten uns noch einmal ganz herzlich für die Unterstützung der Sponsoren, Freunde und Familien bedanken, ohne die solch ein Vorhaben nie umsetzbar gewesen wäre. Wir freuen uns, Ihnen unsere musikalischen Mitbringsel aus den Philippinen bei einem unserer kommenden Konzerte zu präsentieren und Ihnen damit ein bisschen philippinische Sonne ins kühle Deutschland zu holen.

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