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Young Voices zu Besuch bei den New I Voci Singers
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Von Kristina Hengstmann
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Die Koffer sind längst wieder ausgepackt. Die über 7000 Fotos wurden gesichtet und aus den Mengen Filmmaterial
mit den Aufzeichnungen entstand ein Videofilm. Er wird in den nächsten Wochen ganz sicher oft angeschaut werden,
um die Erlebnisse in Australien wieder lebendig werden zu lassen.
Unabhängig davon, wie lebendig die Erinnerungen bleiben werden, steht für die Sängerinnen und Sänger des Egelner
Kammerchores Young Voices fest, dass diese Chorreise nach Australien ein unvergessenes Erlebnis bleiben wird.
Das resultiert aus der Gesamtheit der Erlebnisse. Es waren die Konzerte, die Empfänge, die Eindrücke. Aber es
waren genauso das Land und die Leute, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.
Reise war von Beginn an spannend
Spannend war die Reise von Beginn an. Schon mit dem Flug, der am Sonnabendnachmittag auf dem Flughafen Frankfurt
am Main begann. Dabei wurde um Mitternacht zwei Stunden in Dubai zwischengestoppt, und am Sonntagvormittag waren
die Reisenden nach mitteleuropäischer Zeit um 11. 30 Uhr in Perth am Ziel. Dort allerdings war es bereits 19 Uhr
und es herrschten selbst um diese Uhrzeit noch Temperaturen um die 30 Grad Celsius.
Empfangen wurden sie von den Mitgliedern ihres australischen Partnerchores "The I Voci Singers", die sie während
ihrer Tournee in Deutschland im Januar des vergangenen Jahres in Egeln besucht hatten und von denen sie zu dieser
Konzertreise eingeladen worden waren. Die australischen Sänger hatten auch das komplette Programm
zusammengestellt, Konzerte organisiert und die Empfänge beim Gouverneur von Westaustralien und den
Bürgermeistern von Perth und Armadale vorbereitet.
Dort begann dann auch am anderen Tag der Ernst der Reise. Denn Armadale, eine Stadt mit rund 54 000 Einwohnern,
in der Nähe von Perth, war das erste Ziel. Dort wurde der Kammerchor vom Bürgermeister Linton Reynolds empfangen.
Nach der Übergabe der Gastgeschenke, die aus Sachsen-Anhalt und der Stadt Egeln mitgebracht wurden, gab es dort
den ersten Auftritt. Dem folgte dann am Mittag ein Konzert im Seniorenzentrum vor einem begeisterten Publikum.
Zu den Terminen, die in den folgenden Tagen im Kalender standen, gehörte der Empfang bei Gouverneur von
Westaustralien, John Sanderson. Zunächst gab es eine Führung durch den Gouverneurspalast, dem ein einstündiges
Konzert im Ballroom folgte, zu dem der Gouverneur geladen hatte. Bereits am Abend zuvor gaben die Sängerinnen
und Sänger im Rhein-Donau-Club ein Konzert gemeinsam mit "The I Voci Singers". Die Zuschauern alle samt
deutsche Auswanderer, die in Australien ihre zweite Heimat gefunden haben, waren ebenfalls begeistert und luden
die Gäste im Anschluss zu einem Grillabend ein, bei dem es viele interessante Gespräche geführt wurden.
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Kirchenkonzert war ein Höhepunkt
Weitere Höhepunkte folgten dann in den nächsten Tagen mit dem Empfang beim Bürgermeister von Perth, Dr. Peter
Nattrass bei dem natürlich gesungen wurde, oder einem Konzert in der Winthrop Hall in der Universität von
Westaustralien.
Eines der schönsten und erfolgreichsten Konzerte fand in der "Trinity Church" in Perth gemeinsam mit dem Chor
"The I Voci Singers" statt. "Young Voices war mit zwei musikalischen Blöcken von jeweils 20 Minuten zu erleben,
I Voci sang allein 20 Minuten," so der künstlerische Leiter Dr. Ralf Schubert. Der Höhepunkt war dann der
gemeinsame Gesang beider Chöre, die vier Lieder zusammen anstimmten. Dabei wurden jeweils zwei Lieder von den
beiden Leitern John Christmass und Dr. Ralf Schubert dirigiert. "Zu diesem Konzert waren auch einige der
Besucher gekommen, die das Konzert im Rhein-Donau-Club erlebt hatten" erzählt Ralf Schubert. "Das Publikum war
vor allem von dem religiösen Repertoire sehr begeistert. Wir mussten nach dem Konzert in der Vorhalle noch zwei
Lieder singen."
Es war ein Vertreter des Goethe Instituts anwesend, der darüber berichten wollte, so der Chorleiter, der sich
sehr über den Erfolg des Kammerchores in Australien freut. "Das Publikum war immer sehr positiv und vor allem
bei den Spirituals richtig begeistert. Im Rhein-Donau-Club kamen natürlich die deutschen Volkslieder besonders
gut an".
Es war rundum ein Erfolg. Das war auch unter dem Aspekt der ungewohnten klimatischen Bedingungen zu sehen. So
herrschte in Perth eine unwahrscheinliche Hitze.
Mit Temperaturen, die fast auf 40 Grad Celsius kletterten, gab es seit 1920 die heißesten Märztage. "Vor allem
in den ersten Tagen war das Programm sehr anstrengend und schweißtreibend. Die Klimaanlagen waren den Stimmen
nicht zuträglich, so dass nach den Konzerten viele Stimmen richtig fertig waren", so der künstlerische Leiter.
Aber das tat dem Ganzen keinen wirklichen Abbruch. Und noch eines hebt er hervor. "Wir haben hart gearbeitet und
uns und unsere Herkunftsregion gut repräsentiert" Dafür geht noch einmal einen herzlicher Dank an die Sponsoren
und Helfer, die diese Reise ermöglichten und damit "Young Voices" die Möglichkeit gaben, als musikalische
Botschafter den Namen der Region mitten in Europa nach Australien zu bringen. Und: "Auf alle Fälle möchte ich
die ganze Sache als sehr erfolgreich einstufen. Außerdem denke ich, wir sind sicherlich der erste Chor aus
Sachsen Anhalt, der Australien besucht hat".
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Konzertsaal der Oper bietet einmalige Akustik
Eines sollte in diesem Zusammenhang aber nicht vergessen werden. Zu den Eindrücken, die gesammelt wurden,
gehörte das Kennenlernen von Land und Leuten. Da gab es unter anderem eine Tour in den Araluen Botanic Park und
verschiedene Tagesausflüge in die Umgebung von Perth.
Der Rückflug war mit einem zweitägigem Aufenthalt in Sydney geplant. Hier erkundeten einige der Egelner
Sängerinnen und Sänger die Stadt sogar mit dem Fahrrad. Ein unvergessenes musikalisches Erlebnis hatten dann
alle gemeinsam während des Besuches der "Opera House Sydney". Bei der Besichtigung des großen Konzertsaales der
Oper stimmten sie das "Alleluja" an und konnten dabei die hervorragende Akustik erleben.
Dort wo die Reise zwei Wochen zuvor begonnen hatte, endete sie mit einem herzlichen Empfang. Auf dem Magdeburger
Bahnhof wurden die jungen Stimmen von Eltern und Fans mit Transparenten und einer ganz persönlichen Rose für
jeden empfangen. Die Herzlichkeit des Empfangs ließ sie für einige Minuten sogar das Bedauern vergessen, das es
über das Ende der australischen Konzertreise gab, die viel zu schnell vorüber ging.
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