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Chorolympiade in Busan (Südkorea)

oder: „Very extrem impressions of Korea“

Es begab sich aber zu der Zeit, als sich 26 verrückte Personen aus Egeln im Abendland auf den Weg machten, das fernöstliche Korea im Sturm zu erobern. Dieses kühne Unterfangen begann am Freitag, den 18.10. im Jahre 2002 um 12.45 Uhr, wobei der Magdeburger Hauptbahnhof (Kölner Platz) als Startpunkt für 24 Mannen diente. Selbst die für ihre Unpünktlichkeit berüchtigten Malik Sisters (wie sich später heraus stellen sollte, eine schlimmer als die andere) erschienen pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt. Voller Erwartungen und tränengefluteter Augen starteten wir unsere „Mission Korea“ 13.10 Uhr.

Dank unseres Vorsitzenden Sebastian Hengslmann (Namensänderung laut Flugticket, welche von Ihm selbst fehlerfrei kontrolliert wurde) fanden wir nach einer halben Stunde zielstrebiger Suche schnell unsere reservierten Plätze im ICE nach Frankfurt. Im Rausch der Geschwindigkeit des Zuges, wollten auch einige Chormitglieder dem Rausch des Alkohols nicht hinterher hängen – das erste Bier wurde getrunken.

Da aber 24 nicht 26 sind, fehlten nun noch 2 Leute aus der Meute. Somit sammelten wir um 15.00 Uhr Steffen und Uli in Göttingen ein. Das richtige Abteil zu finden war nicht schwer, da die Suche enorm durch das energische Klopfen an den Fensterscheiben erleichtert wurde. Die knapp 2 Stunden Zugfahrt bis nach Frankfurt/Main vergingen wie im Flug, sodass wir um 16.47 Uhr die erste Hürde geschafft hatten. Aber wer rastet der rostet und somit ging es im Eilschritt zur S-Bahn, die uns zum Flughafen bringen sollte. Na ja, jedenfalls nach einer kleinen Zigarettenpause. Dort angekommen, startete das übliche Procedere: Einchecken, Gaten, Duty-Free-Shopping, Boarding. Das Durchleuchten von Handgepäck und Personen brachte einige Schwierigkeiten mit sich, da Jens seinen Gürtel ablegen musste und somit der gewohnte Sitz seiner Hose stark beeinträchtigt wurde. Gut zugegeben, einige von uns fanden die Leibesvisitation schon recht angenehm. „So, jetzt alle noch mal Pippi gemacht und dann ab in den Flieger.“ Nach den obligatorischen Sicherheitsbelehrungen, konnte der Flieger der Korean Air um 20.15 Uhr MEZ endlich abheben. Die brutale Beschleunigung bewirkte bei gewissen weiblichen Mitgliedern ein Unwohlsein in der Magengegend. Wer glaubte, dass dieses Gefühl durch das Essen an Bord gelindert werden würde, wurde schwer enttäuscht – es gab Reis, Baby!

Nach 10-stündigem Flug landeten wir am Samstag, den 19.10.02 um 13.15 Uhr in Seoul. Um 13.30 Uhr erhielten wir unsere offizielle Einreiseerlaubnis. Dies bezeugte uns der Stempel im Reisepass. In Begleitung zweier Volunteers der Chorolympiade ging es nach dem Koffer holen mit einem Bus zum nationalen Flughafen Seouls. Von dort aus waren wir nur noch eine Flugstunde von unserem eigentlichen Reiseziel entfernt. Und schon wiederholte sich das Procedere, welches wir schon in Frankfurt erleben durften. Diesmal mit dem Unterschied, dass einige von uns ihr Gepäck kontrollieren lassen mussten. Dort wurden gefährliche Sachen wie Batterien, Verstärker oder (noch schlimmer) das gute alte Haarspray und der schöne Egelner Teller entschärft.

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So jetzt aber hurtig hurtig ab ins Flugzeug und in Richtung Busan. Um 17 Uhr hatten wir dann endlich die Flugstrapazen hinter uns. Ein herzlicher Empfang war der Lohn unserer Mühen. Frauen in koreanischer Tracht sangen für uns heimische Lieder. Als Dankeschön konnten sie sich an unserer Darbietung des Heidenrösleins erfreuen. Im Bus vom Flughafen zum Hotel sammelten wir die ersten Eindrücke von Busan – und Busan von uns: „Hällooo, Eim From Jermenie!!!“. Zitat Hübi: „Ich glaub, bei Bianca ist das in den Kopf gestiegen, was bei mir im Darm ist.“. Nach kurzen Schwierigkeiten des Busfahrers das richtige Hotel zu finden, sind wir um 19 Uhr dann in unserem Hotel Hankook Condom-inium angekommen. Sah toll aus (war ja auch schon dunkel) und lag direkt zwischen den Bergen und dem Strand von Busan.

Als wir nun unsere Hotelzimmer betraten, hatten wir schon die ersten Jetleg-Erscheinungen, denn uns stieg ein seltsamer Geruch in die Nase und es gab nur ein Doppelbett im 5-Personenappartment. Mit messerscharfem Verstand wurde uns schnell bewusst, dass harte Zeiten auf dem Fußboden vor uns lagen (andere Länder, andere ...itten). Matten für den Fußboden wurden zum Glück in einem Schrank bereitgestellt. Um 20 Uhr ging es mit einem bunten Karaokebus zum Bexco – Veranstaltungszentrum, wo wir unsere VIP-Ausweise und ein Veranstaltungspaket (Anstecker, Kuli, U-Bahnkarten, u.s.w.) erhielten. Das Abendessen, welches wir dort auch noch bekommen sollten, sah sehr lecker aus - war es aber nicht. Dieser Anblick konnte, dank einiger Chormitglieder, aber nur von den Ersten in der Schlange bewundert werden. Die Letzten hatten dieses Vergnügen leider nicht mehr. Am späten Abend verließen wir das Bexco und gewöhnten uns in unseren Zimmern ein – am besten klappte das natürlich mit Bier aus 0,64 Liter-Flaschen (0,05 Gallonen).

Nachdem wir unsere „Betten“ in der ersten Nacht austesten konnten, ging es dann am Sonntag den 20.10.02 zum ersten koreanischen Frühstück. Rührei mit Salat, süße Milchbrötchen und etwas lascher Kaffee brachte dann die müden Knochen in Gange. Natürlich war das Brötchenschmieren ohne Messer angedacht. Einige nutzten den freien Vormittag, um sich erst einmal von der langen Reise auszuschlafen, andere wiederum verbrachten ihre Zeit, um ein paar Stellen Busans zu erkunden. Diejenigen, die ihren fernöstlichen Rausch ausschlafen mussten, verlegten ihr Frühstück bzw. Mittagessen in ein wohl bekanntes Restaurant namens McDonald’s.

Gegen 14 Uhr war unsere erste Probe angesetzt. Zum Schock aller, fragten wir uns, was uns geritten hatte an einer Chorolympiade teilzunehmen, denn es hörte sich wie ein verrosteter Blecheimer an in den 'ne Zicke reinpullert. Nachdem wir unseren ersten Schock überwunden hatten, machten wir uns mit der U-Bahn auf den Weg zum Culture Center um dort eine Akkustikprobe zu machen. Wir sollten diese in der Small Hall durchführen, die aber leider besetzt war. Hier bekamen wir die ersten Eindrücke asiatischer Musik zu hören. Nach heißen Diskusionen, ob wir oder der andere Chor diese Halle zur Verfügung hatten, bekamen wir 5 kostbare Minuten, um uns einzusingen („Stellprobe“ genannt). Im Nachhinein wurden wir darüber aufgekärt, dass wir in dem völlig verkehrten Culture Center waren. Also brachten wir unsere müden Knochen wieder in Gange und legten einen neuen Fußmarsch bis zur U-Bahn zurück, um von dort aus zur richtigen Stelle zu fahren. Das Geumjeong Culture Center, welches wir nach einer Stunde Fahrt erreicht hatten, war riesig groß und die ersten ausländischen Chöre liefen uns hier über den Weg. Der Hunger verschlug uns nach der Probe wieder ins Bexco, wo wir wieder Abendessen bekommen sollten. Da wir schon die ersten Erfahrungen mit diesem Essen am Vortag gemacht hatten, entschlossen wir uns, wieder MC Doof aufzusuchen. Nach der Ankunft im Hotel konnten wir unsere fortgeschrittenen Fußschmerzen mit heißen Bädern oder Massagen behandeln.

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Die neue Woche startete am Montag, den 21.10.02 mit frühem Aufstehen. Um 8 Uhr sollte ein eigens für uns organisierter Bus zum Center fahren. Durch die vielen Chöre, war die Planung nicht ganz aufgegangen, also nutzen wir die Zeit, um uns auf den Hoteltreppen warm zu singen. Als wir im Center ankamen, wurden wir mit unseren 2 Betreuern bekannt gemacht. Es waren 2 junge Männer namens Minh und Son, die wirklich alles für uns taten, um die Zeit in Korea noch zu verschönern. Überrascht von dem blendenden Sonnenschein – in Deutschland undenkbar zu der Jahreszeit – verbrachten wir die Zeit bis zu unserem ersten Wertungssingen, mit Pigmentehasching. Schließlich mussten die mitgenommenen Sonnenbrillen ja ihren Zweck erfüllen. Herr Hengslmann wurde unterdessen mit einer riesigen Kamera gefilmt. Er sollte seine „Werrie X-triem Impreschons“ zum Ausdruck bringen, die uns später noch begegnen sollten. Um 13 Uhr waren wir dann in der Kategorie 5 – Gemischte Jugendchöre - als erster Chor in der 1. Runde dran (Äpfelchen und Rosen – No 3 & 5, Jubilate Deo, Der Fuchs und die Trauben, Sine musica nulla vita). Da unsere Probe wie schon gesagt einem Blecheimer glich, waren wir mit diesem Auftritt ganz zufrieden.

Gegen 16 Uhr wurden wir dann im Bexco von einer Eröffnungszeremonie der ganz besonderen Art überwältigt. Das Rottenburg Orchester begann die Zeremonie, die von koreanischen Gesängen, Tänzen und anderen Chören fortgesetzt wurde. Der Höhepunkt für uns war wahrscheinlich der Gospelchor – Crenshaw Elite Choir aus America. Die „Big Mama“ heizte dem Saal mit „O happy day“ tierisch ein und brachte die Bühne zum beben. Der Organisator Günter Titsch begrüßte uns in deutscher Sprache. Nach und nach wurden alle Länder der teilnehmenden Chöre vorgestellt. Insgesamt fast 200 Chöre aus über 40 Nationen aller Herrenländer. Später im Hotel konnten wir dann unserer ersten Anspannung vom Wertungssingen Luft machen und begossen das ganze mit Bier und heimischen Gesöffen wie Reisschnaps. Bei manchen bewirkte es das Lockerwerden, welches soweit ging, dass Leute, die sonst nie tanzen würden, auf einmal dieses taten. Enden sollte es dann mit der Übernachtung an der Sofakante, was einer Bordsteinkante glich.

Und schon stand der Dienstag, der 22.10.02 vor der Tür. Es war uns vergönnt, den Tag etwas ruhiger angehen zu lassen. Um 11 Uhr wollten wir den 3. Versuch einer Probe starten. Diese war einigermaßen zufrieden stellend. Gegen 13 Uhr wurden wir mit unserem Bus wieder zum Center gefahren, wo wir dann auch erfuhren, dass wir in der Kategorie 5 nicht in die zweite Runde gekommen waren. Gewisse junge Männer hielten es auch für eine blendende Idee uns zu verschaukeln und so erfuhren wir auch erst nach etwas längerer Zeit, dass wir ein Silber V Diplom erhalten hatten, worüber wir uns sehr freuten.

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Um 15.20 Uhr starteten wir dann in der Kategorie 22 – Populäre Chormusik (Michelle, Smile, When I fall in love, Let`s twist again). Trotz der etwas verkrampften Darbietung dieser Lieder, ließen wir die Köpfe nicht hängen. In unserer freien Zeit konnten wir uns dann auch andere Chöre anhören und Lieder wie „Pariser Tango“ von einem russischen Chor auf uns wirken lassen. Danach gab es direkt neben dem Center etwas zum Abendessen. Mittlerweile hatte man sich schon an einige Sachen gewöhnt, und somit konnte man das Essen ganz gut genießen. Immer wieder lernten wir Leute aus anderen Ländern kennen. Pfarri bekam von einem jungen Japaner 3 Bilder von Oliver Kahn geschenkt. Er war ein begeisterter Fan von Oli. Tja, die tollen Deutschen halt. Matthias und Andreas waren wohl die meist fotografierten Leute an diesen Tagen. Interessant für Asiaten sind anscheinend die blonden Europäer und das Beste daran war, wir hatten auch noch einen naturblonden Jungen zu bieten. Bei unserer kleinen Wibke waren wir immer auf der Hut, dass sie uns nicht verloren ging, denn ihre Größe entsprach mehr den Asiaten. Auch Jens kümmerte sich rührend um sie, deshalb fielen auch solche Sätze, wie: „Die große Wand eben vor dir, war ein Blumenkasten.“ Wieder im Hotel angekommen, feierten wir unser Silberdiplom und sangen uns schon fast die Seele aus dem Leib. An diesem Tag outete sich auch unsere unabkömmliche Chorpolizei, bestehend aus Hübi und Uli. Sie sorgten für Recht und Ordnung. Vorwiegend mussten sie sich um Steffi und Kirsten kümmern. Bestraft wurden ihre Taten durch 5-maliges Krähen wie Hühner.

Am Mittwoch, den 23.10.02 stand dann unser letztes Wertungssingen vor der Tür. Nachdem wir unsere tägliche Ration Rührei und das Einsingen hinter uns gebracht hatten, ging es wieder zum Geumjeong Center. Das Warten vor unserem Auftritt wurde verkürzt, durch das Kennenlernen von Pretorianern und asiatischen Sängern. Die Chorolympiade-Kameras entdeckten uns und durch lautes Rufen von: „ Busan Choirolympics“ sollten wir diese Szenen später noch einmal wiedersehen. Um 14.20 Uhr stand dann die letzte Aufregung auf dem Plan. Die Kategorie 21 – Gospel & Spiritual (Didn´t my lord deliver Daniel, Old time religion, Ride the Chariot, Alleluja, I heard a Voice) stand an. Unsere Stimmung war gut, der Beweis war der Applaus und die Anerkennung des Publikums.
Um 16 Uhr waren wir dann im Bexco zur Award Ceremony. Dort wurde die erste Hälfte der Kategorien ausgezeichnet. Die Diplome und Medaillen wurden vergeben. Nachdem wir uns 4 mal die ungarische Nationalhymne anhören mussten und dann unser Diplom entgegen nehmen konnten, feierten wir in unseren Zimmer wieder ein bisschen.

Am Donnerstag, den 24.10.02 hatte jeder für sich genügend Zeit, um die Stadt Busan zu erkunden. Unter anderem stand auf dem Plan das Busan Aquarium, die Taejong-Dae (Rock Cliffs), der Beomeo Tempel und der große Markt Nampo-dong. Um Geld für unsere Einkäufe zu besorgen, versuchte eine kleine Gruppe es bei der KB-Bank. Die Mitarbeiter versuchten alles um uns zu helfen, dies ging soweit, dass ein junges blondes Mädchen bis über die Straße entführt wurde und zum Schluss nichts dabei heraus kam. Also probierten wir unser Glück an einer U-Bahnstation. Dieser Automat war gnädig mit uns. Jetzt konnte man sich Essengelegenheiten suchen. Manche entschlossen sich für ein typisch koreanisches Restaurant. Und was gab es dort so typisches zu Essen? Lecker Chicken – echt koreanisch ! Nachdem wir vom Markt fasziniert mit der Bahn wieder in Richtung Hotel fuhren, wurde Jana erklärt: „…wenn bei einem Halt der Bahn ein Möwengeräusch zu hören ist, ist man in der Nähe des Meeres“. Auf die Frage wo man sei, wenn man Vogelgezwitscher hörte, kam die nette Antwort: „ Im Vogelpark Walsrode!“. Nach einer gemütlichen Runde am Abend, wurden die müden Knochen dann im Schlaf geschont.

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Der Freitag, 25.10.02 wurde durch Strandspaziergänge begonnen. Ganz Verrückte namens Bianca und Claudia sprangen in voller Montur in den Pazifik. Wer weiß, wann man noch einmal dazu kommt. Gegen 15 Uhr wurden wir dann mit dem Bus zum Begegnungskonzert mitten in die Innerstadt Busans gebracht. An einer Kreuzung (Milliore Dep Store Seomyeon) waren eine Bühne und Stühle für die Zuschauer aufgebaut. Ein malaysischer Chor, Young Voices und der Crenshaw Elite Choir mit seiner Big Mama waren die Konzertgestalter. Die Zuschauer waren begeistert und die Bühne begann unter der Last der Amis zu schwanken, so dass Wasserkanister unter die Bühne gestellt werden mussten, um keine Verletzten auf der Bühne und anderen Kontinenten zu riskieren.
An diesem Abend stand Hengstis Geburtstag vor der Tür. Im Reisepass stand, dass er 24 Jahre alt geworden ist. Also suchten wir alles zusammen, was man in Korea als Geschenk verwenden konnte. Sogar die Pretorianer, die mit uns Freundschaft geschlossen hatten, brachten Sebastian ein Geburtstagsständchen. Es wurde schön gefeiert und, wie sollte es auch anders in einem Chor sein, gesungen.

Am Samstag, 26.10.02 mussten wir unsere Betten schon wieder früh verlassen um im Bexco unsere anderen beiden Diplome zu bekommen. Die Kategorie 21 wurde mit Silber III und die Kategorie 22 wieder mit einem Silber V Diplom belohnt. Anschließend wurden wir zu einem Tempeldorf gefahren. Eine völlig neuartige Welt für uns. Sehr faszinierende Tempel warteten dort auf uns inklusive eines in Gold gehaltenen riesigen Buddhas und seiner vielen Untergötter. Jeder einzelne Untergott hat ein Aufgabengebiet, wie zum Beispiel die Fruchtbarkeit. Und in jedem Tempel kann nur zu einem dieser Untergötter gebetet werden. Es dauert übrigens 100 Tage fast durchgehender Anbetung, bevor ein Wunsch in Erfüllung geht. Als wir im Anschluss daran den Souvenirladen geplündert hatten und einigen Leuten, die den Verkehr dort aufhielten, mit einem Chorrausschmiss gedroht wurde, ging es zurück ins Bexco. Dort fand das Preisträgerkonzert statt. Wir konnten nun die verschiedenen Gesänge aus allen Ländern auf uns wirken lassen. Die Abschlusszeremonie war wieder auf eine gigantische Art und Weise, mit Feuerwerk und Ausschnitten der Aufnahmen aus den vergangenen Tagen untermalt. Unser Hengsti begann das kleine Filmchen mit: „Very extrem impressions for me!“ und abschließend sollten unsere Rufe: „Busan Choirolympics, see you in Germany!“ diese Szenen beenden. Nach dieser schönen Feier ging es dann so langsam ans Kofferpacken. Alle waren etwas traurig, aber die Vorfreude auf zu Hause brachte die Meute doch noch ein wenig in Gange. Einige ließen sich allerdings gewaltig davon abbringen und verteilten ihre Sachen mitten im Zimmer. Vielleicht lag es auch daran, dass man sich zu viel Zeit ließ oder man war einfach nur abgelenkt. Aber egal. Solche Unordnung wurde nun von der Chorpolizei verzapft, die sonst versucht hatte dieselbige auszumerzen. Es wurde noch einmal schön gefeiert und dann ging es auch schon wieder ins Bett.

Und schon war unser Abreisetag ganz nah gerückt. Der Sonntag, 27.10.02 war durch Trauer über die Abreise verdunkelt, was sich auch im Wetter wiederspiegelte. Um 6.30 Uhr mussten wir schon zum Flughafen fahren. Nach langem Warten wurden wir von unseren 2 Begleitern Minh und Son verabschiedet und wir bekamen noch Fahnen der Chorolympiade und Photo-CDs geschenkt. Um 10.10 Uhr ging dann unser Flieger in Richtung Heimat. Das Ende des Fluges wurde durch endlich gutes Essen etwas verschönert. Wir konnten zuschlagen und es schmeckte schon etwas nach zu Hause. Leider sollte die Landung dieses wieder von uns nehmen. Die Warteschleifen in Frankfurt füllte einige vom Flugpersonal bereitgestellte Tüten, oder nicht verschlossene Tüten sogar die Hose. In Frankfurt angekommen, wurden wir von Unwettern überrascht, das die Anschlusszüge verspäten ließ. Nachdem wir über 27 Stunden auf den Beinen waren, kamen wir völlig erschöpft in Magdeburg gegen 0.45 Uhr am Montag den 28.10.02 an. Hier wurden wir ganz herzlich von unseren Eltern, Verwandten und Freunden empfangen. Sogar der Bürgermeister der Stadt Egeln, Herr Bierende, hatte für jeden von uns als Begrüßung einen kleinen Blumenstrauß parat. Es war trotz der Müdigkeit sehr ergreifend und einfach unvergesslich.

Somit bleibt uns abschließend noch ein kräftiges Dankeschön bei all denen, die uns diese Reise ermöglicht haben. Es war eine wunderschöne, unvergessliche Zeit. Wir werden diese Erinnerungen immer in unseren Herzen tragen.

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